ANGST UND PHOBIE

Angst ist ein Gefühl, welches alle Menschen kennen. Angst wird als unangenehm empfunden, erfüllt jedoch eine wichtige Funktion, indem sie dazu führt, dass wir Sorge zu uns tragen, indem wir Gefahren erkennen und uns beispielsweise im Auto anschnallen, bei starken Beschwerden eine Ärztin aufsuchen und Situationen mit Gefahrenpotential meiden. Angst trägt dazu bei, dass wir überleben. Bei manchen Menschen nimmt die Furcht jedoch ein übersteigertes Ausmass an, sodass diese das Leben beeinträchtigt. Unbehandelt kann sie sich immer mehr verselbstständigen. Es kommt zur „Angst vor der Angst", der Erwartungsangst. Als Folge werden Furcht auslösende Orte und Situationen zunehmend vermieden. Betroffene ziehen sich immer mehr aus dem sozialen Leben zurück. Die Auswirkungen sind oft Probleme in der Partnerschaft, in der Familie sowie im Berufsleben.


ANGST IST NICHT GLEICH ANGST

Empathisch zu sein bedeutet, die Welt durch die Augen der anderen zu sehen und nicht unsere Welt in ihren Augen.

Carl. R. Rogers

Fachleute unterscheiden verschiedene Formen. Ängste allgemeiner Art, Panikattacken, die soziale Phobie und weitere Phobien äussern sich unterschiedlich. Ängste können auch im Zusammenhang mit anderen psychischen Erkrankungen auftreten oder durch körperliche Erkrankungen ausgelöst bzw. verstärkt werden.

Spezifische Phobien

Sie haben panische Angst vor Spinnen, Hunden, Spritzen, Erbrechen oder Höhenangst? Dann leiden Sie vermutlich an einer Phobie. Bei den spezifischen Phobien wird die Furcht durch einzelne Objekte oder Situationen hervorgerufen, die in der Regel ungefährlich oder harmlos sind. Dazu gehört die Furcht vor Tieren (Hunde, Katzen, Mäuse), Insekten wie Wespen, Spinnen, die Höhenphobie sowie die Blut- und Verletzungsphobien (z.B. Angst vor Spritzen). Schon der Gedanke an die entsprechenden Situationen oder Objekte verursacht ein Gefühl der Bedrohung, welches von Unbehagen bis hin zu panischer Angst reichen kann. Meist wissen die Betroffenen, dass sie übertrieben reagieren, und schämen sich dafür. Dennoch kommen sie nicht gegen diese Angst an. Ist die Furcht stark ausgeprägt, kommt es zu unangenehmen körperlichen Symptomen, für die sich keine organischen Ursachen finden wie

  • Herzrasen
  • Zittern
  • Atemnot
  • Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden
  • Schwitzen
  • Auch spezifische Phobien führen zu einer Vermeidungsstrategie, sodass angstbesetzte Situationen nach Möglichkeit gemieden werden. Je nach Auslöser kann dies zu massiven Einschränkungen im Lebensalltag führen.

    Soziale Phobie

    Die soziale Phobie ist eine extreme Form der Schüchternheit, welche sich durch eine anhaltende und unangemessen starke Angst vor sozialen Situationen zeigt. Menschen mit einer Sozialphobie haben in Situationen Angst, in denen sie sich von ihren Mitmenschen kritisch betrachtet oder beobachtet fühlen. Situationen, in welchen der Fokus auf sie gerichtet ist, wie eine Rede halten, ein Gedicht aufzusagen, eine Prüfung ablegen, mit einem Vorgesetzten sprechen, sich in einem Streitgespräch gegenüber anderen durchsetzen, in ein Restaurant essen gehen oder sich zu einer Verabredung treffen, werden von Betroffenen möglichst gemieden. Ist eine solche Situation unumgänglich, leiden sie unter

  • Händezittern
  • Übelkeit; Angst, erbrechen zu müssen
  • Vermehrtem Harndrang
  • Herzklopfen, -stolpern oder -rasen
  • Kurzatmigkeit oder das Gefühl, keine Luft zu bekommen
  • Engegefühl in Brust oder Bauch
  • Schwindel, Benommenheit, Schwächegefühl
  • Schwitzen
  • Mundtrockenheit
  • Erröten
  • Vermeiden von Blickkontakt
  • Panikattacken

    Panikattacken treten plötzlich auf und äussern sich in wiederkehrenden schweren Angstanfällen mit heftigen körperlichen und psychischen Symptomen wie

  • Gefühl der Unsicherheit, in Ohnmacht zu fallen
  • Weiche Knie, Schwindel
  • Herzklopfen oder unregelmässiger Herzschlag
  • Zittern, Beben, Schwitzen
  • Atemnot, Erstickungsgefühle, Engegefühl im Hals
  • Schmerzen, Druck oder Enge in der Brust
  • Übelkeit, Beschwerden des Magen-Darm-Traktes
  • Entfremdungsgefühle (Gefühl der Unwirklichkeit bzw. nicht da zu sein)
  • Hitzewallungen oder Kälteschauer
  • Furcht zu sterben, die Kontrolle oder den Verstand zu verlieren
  • Benommenheit
  • Taubheits- oder Kribbelgefühle
  • Eine Attacke dauert oft wenige Minuten, manchmal auch bedeutend länger. In etwa zwei Dritteln der Fälle ist die Panikstörung mit einer Agoraphobie (auch Platzangst genannt) verbunden; dabei hat der Betroffene in bestimmten Situationen oder an gewissen Orten Furcht und meidet sie. Dazu können öffentliche Plätze, Menschenmengen, Reisen über weite Entfernungen von zu Hause, in einer Schlange stehen, Fahrstuhl, Bus oder Auto fahren oder mit dem Flugzeug verreisen gehören.

    Generalisierte Angst

    Eine weitere Form von Angst äussert sich durch anhaltende Sorgen oder Befürchtungen, die viele Lebensbereiche umfassen und nicht auf bestimmte Situationen beschränkt sind. Betroffenen machen sich oft Sorgen über reale Bedrohungen, wie zum Beispiel Autounfälle oder Erkrankungen, die Angehörigen zustossen könnten; dabei ist ihre Furcht von aussen gesehen übersteigert. Innere Unruhe, Nervosität und Schlafstörungen belasten Betroffene. Sie haben häufig das Gefühl, eine Katastrophe trete demnächst ein. Es können

  • Herzrasen
  • Zittern, Ruhelosigkeit, Schwitzen
  • Kalte und feuchte Hände
  • Mundtrockenheit
  • Übelkeit
  • Gefühl, einen "Kloss im Hals" zu haben
  • Muskelverspannungen im Rückenbereich
  • auftreten. Die Befürchtungen führen dazu, dass Vorhaben, wie beispielsweise Reisen, vermieden oder aufgeschoben werden.


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